Handelsverband zeigt Unverständnis über großflächige Erweiterung des FOC Zweibrücken
„Der Zielabweichungsbescheid für die Freigabe der gewünschten Erweiterung des FOC in Zweibrücken stellt einen Schlag ins Gesicht für den innerstädtischen Handel dar“, so Dr. Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz.
Gerade in der jetzigen Zeit – nach der Corona-Pandemie mit den damit verbundenen Einschränkungen für den Handel, Lieferkettenprobleme, der steigenden Inflation aufgrund des Ukraine-Krieges, und den rückgängigen Frequenzen in den Innenstädten – zeige diese Erweiterung, dass es der Landesregierung, und den untergeordneten Behörden, nicht nur an Fingerspitzengefühl fehle, sondern auch dass dort der Realitätsverlust dort grassiere, so Scherer weiter.
Die Freigabe einer Erweiterung durch Genehmigung des Zielabweichungsverfahrens zeige zudem, dass das ressortübergreifende Ziel der Landesregierung im Koalitionsvertrag zur Stärkung der Innenstädte – Innenstädte der Zukunft – lediglich ein Feigenblatt war, das nunmehr durch den heftigen Windstoß der Genehmigung für die Zielabweichung hinweg geblasen wurde. Denn wenn es die Landesregierung mit einer entsprechenden Stärkung der Innenstädte ernst gemeint hätte, wäre eine solch große Erweiterung niemals zu rechtfertigen.
„Wir wissen nun, was wir dann ja auch für das FOC in Montabaur erwarten können“, so Scherer. Denn scheinbar habe die Landesregierung die Innenstädte, und insbesondere den innerstädtischen Handel aufgegeben. Scherer fordert von der Politik sich zum innerstädtischen Handel zu bekennen, Maßnahmen zur Stärkung zu ergreifen, und den Worten endlich im notwendigen Umfang auch Taten folgen zu lassen.
Der Zeitpunkt der Genehmigung des Zielabweichungsverfahrens sei zudem scheinbar bewusst gewählt worden, bevor das Oberlandesgericht Zweibrücken über die unzulässige Sonntagsöffnungsregelung für das Outlet entscheiden könne. Der Bundesgerichtshof habe Zweifel hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der entsprechenden Landesverordnung angemeldet, und daher die Sache an das Oberlandesgericht in Zweibrücken zurückverwiesen. Das Innenministerium wollte hinsichtlich der Sonntagsöffnung, und eigentlich hätte es auch wegen der Erweiterung, abwarten müssen bis letztinstanzlich die Angelegenheit entschieden wäre. Denn eine ausufernde Sonntagsöffnung, kombiniert dann noch um die Erweiterung – in der jetzigen Zeit – bedeutet das Ende der Innenstädte wie wir sie bisher kannten.
Der Handelsverband Rheinland-Pfalz ist die Spitzenorganisation und Interessenvertretung des Einzelhandels in Rheinland-Pfalz, für rund 12.000 Unternehmen mit insgesamt 150.000 Beschäftigten. Der Handel ist der größte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.
Quelle:
Handelsverband Rheinland-Pfalz e.V.
Ludwigsstraße 7
55116 Mainz
08.09.2023
Die letzten Artikel
Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland 2026
Minimales Wachstum in herausforderndem Umfeld Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland steht 2026 vor einem Jahr moderater Entwicklung. Während bundesweit ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent erwartet wird, profitieren auch die beiden Bundesländer von dieser vorsichtigen Erholung. In Rheinland-Pfalz wird ein Gesamtumsatz von rund 32,8 Milliarden Euro prognostiziert, im Saarland sind es etwa 8,4 Milliarden Euro. Real bedeutet dies jedoch nur ein Plus von 0,5 Prozent – das hohe Preisniveau der vergangenen Jahre bleibt bestehen und belastet die Kaufkraft der Verbraucher nachhaltig. Verhaltene Verbraucherstimmung prägt das Jahr Die Konsumlaune bleibt 2026 verhalten. Nach dem schwachen Schlussspurt im Weihnachtsgeschäft 2025,
Valentinstag 2026: Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland erwartet rund 70 Millionen Euro Umsatz
Rund 69,8 Millionen Euro Umsatz erwarten die Einzelhändler in Rheinland-Pfalz und im Saarland rund um den Valentinstag am 14. Februar. Bundesweit rechnet der Handelsverbands Deutschland (HDE) beim Valentinstags-Geschäfts mit einem Umsatz von 1,18 Milliarden Euro. Für die Region bedeutet das einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (77,3 Millionen Euro), der allerdings bundesweiten Trends folgt. „Der Valentinstag ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit“, sagt Dr. Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Südwest. „Unsere Händler vor Ort bieten die passenden Geschenke – von klassischen Blumensträußen über Pralinen bis hin zu Schmuck. Da findet jeder eine kleine Aufmerksamkeit für seine Liebsten.“ Allerdings gibt es in
Bürokratieabbau durch Bürgerbeteiligung: Neues Portal sammelt Verbesserungsvorschläge
Wer kennt es nicht: Man steht im Amt, braucht drei verschiedene Formulare für einen simplen Antrag, und am Ende fehlt trotzdem noch eine Unterschrift. Oder man will ein Unternehmen gründen und verzweifelt an einem Dschungel aus Vorschriften, die niemand so richtig versteht. Genau hier will die Bundesregierung jetzt ansetzen – und zwar mit Hilfe derer, die den Bürokratie-Irrsinn täglich am eigenen Leib erfahren. Seit Mitte Dezember ist das Portal „EinfachMachen“ online. Die Idee dahinter ist eigentlich simpel: Wer auf unnötige Hürden stößt, soll das melden können. Egal ob Privatperson, Firmenchef oder Verwaltungsmitarbeiter – jeder kann dort schildern, wo es hakt

