Jetzt ist Zeit zum Handeln: Der Handelsverband Südwest unterstützt gemeinsame Erklärung gegen politischen Mindestlohn
Handelsverband Südwest/Mindestlohn. Der Handelsverband Südwest stellt sich gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) und weiteren Spitzenverbänden entschieden gegen eine politische Festlegung des Mindestlohns. In einer gemeinsamen Erklärung (Veröffentlichung auf BILD.de), beziehen die Verbände klar Stellung gegen die Forderung nach einem staatlich festgelegten Mindestlohn von 15 Euro im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen.
Wirtschaft warnt vor Folgen einer Mindestlohnerhöhung
Unter dem Titel „15 Euro Mindestlohn? Wirtschaft schlägt Voll-Alarm“ warnt die Wirtschaft eindringlich vor den gravierenden Folgen einer politischen Einmischung in die Arbeit der Mindestlohnkommission. Ein gesetzlich vorgeschriebener Mindestlohn von 15 Euro könnte zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit, zu mehr Insolvenzen und zu einem weiteren Inflationsschub führen.
In der gemeinsamen Erklärung heißt es:
„Am Ende verlieren alle.“
Die Unterzeichner – darunter der Handelsverband, der Deutsche Bauernverband, der Raiffeisenverband, der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Gesamtmetall sowie der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände – warnen vor den Folgen eines politischen Eingriffs in den bislang unabhängigen Prozess der Lohnfindung.
Handelsverband Südwest bezieht klar Stellung
Die im Sondierungspapier formulierte Zielmarke eines gesetzlichen Mindestlohns von 15 Euro bis 2026 würde – sofern dieser Wert nicht im Rahmen der bestehenden Regelungen durch die Mindestlohnkommission erreicht wird – einen erneuten staatlichen Eingriff in ein bislang autonomes Verfahren darstellen.
Ein solcher Eingriff wirft grundlegende Fragen auf: Warum existiert überhaupt eine Mindestlohnkommission, wenn politische Entscheidungen deren Zuständigkeit unterlaufen? Der ursprüngliche Zweck dieser Kommission war es, die Festlegung des Mindestlohns von parteipolitischen Interessen zu entkoppeln und auf einer sachlichen, wirtschaftlich fundierten Grundlage zu belassen.
Verstößt die Politik nun selbst gegen ihre eigenen Regeln, droht dies das Vertrauen der Bevölkerung in die Verlässlichkeit von Gesetzen und Institutionen zu untergraben. Der Eindruck, dass politische Entscheidungsträger sich nicht an gesetzliche Verfahren halten, könnte dazu führen, dass auch Bürgerinnen und Bürger die Einhaltung von Regeln weniger ernst nehmen – ein Zustand, der politischer Verdrossenheit Vorschub leistet statt sie zu bekämpfen.
„Zudem hängt die Bewertung einer Mindestlohnerhöhung stark von der Perspektive der Betroffenen ab. Arbeitnehmer, die von höheren Löhnen profitieren, begrüßen diese naturgemäß. Für viele Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe (KMU), die das Rückgrat unserer Wirtschaft und der beruflichen Ausbildung bilden – bedeutet eine solche Maßnahme jedoch eine erhebliche Belastung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Handel, haben sich nicht verbessert: Margen sinken, während Kosten für Energie, Waren und Personal steigen. Eine weitere Anhebung des Mindestlohns könnte hier zu Personalabbau oder gar Betriebsschließungen führen“, so Dr. Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Südwest.
Auch tarifpolitisch ist ein staatlicher Eingriff problematisch. Eine außerplanmäßige Mindestlohnerhöhung würde in bestehende Tarifverträge mit festgelegten Laufzeiten eingreifen. Dies wäre ein weiterer Eingriff in die Tarifautonomie – ein Prinzip, das zu Recht als elementar für die Sozialpartnerschaft in Deutschland gilt.
„Angesichts dieser Punkte appellieren wir eindringlich an die politischen Entscheidungsträger, mit Augenmaß und unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen über eine Anpassung des Mindestlohns zu entscheiden“, fordert Dr. Thomas Scherer.
Auch allgemeinverbindliche Tarifverträge sind keine Allzwecklösung. Die Erfahrungen im Einzelhandel zeigen, wie schwierig und langwierig tarifpolitische Reformprozesse sein können. Trotz wiederholter Anläufe ist es bislang nicht gelungen, eine grundlegende Strukturreform der Entgelttarife umzusetzen. Solange solche strukturellen Voraussetzungen nicht gegeben sind, wäre eine erleichterte Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) nicht zielführend.
„Wir Arbeitgeber stehen durchaus bereit, tragfähige tarifliche Lösungen mitzutragen – vorausgesetzt, sie sind wirtschaftlich realistisch und praxisnah. Dass dies möglich ist, zeigen zwei bestehende allgemeinverbindliche Tarifverträge im rheinland-pfälzischen Einzelhandel“, ergänzt Hauptgeschäftsführer Dr. Scherer.
Die Kommission berät derzeit über die nächste Anpassung
Die Mindestlohnkommission hat inzwischen ihre Unabhängigkeit betont und plant, bis Mitte des Jahres eine Entscheidung über die künftige Höhe des Mindestlohns für die kommenden zwei Jahre zu treffen: Zur Mitteilung der Kommission (WiWo)
(Text: Pressestelle Handelsverband Südwest/hv/cb; Foto: AdobeStock_135160421)
Die letzten Artikel
Lautern blüht auf – Frühlingsfest in der Kaiserslauterer Innenstadt
Der Frühling kommt nach Kaiserslautern – und mit ihm ein ganz besonderes Wochenende voller Erlebnisse, Musik und Genuss. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein buntes Programm mit zahlreichen Aktionen, Attraktionen und Überraschungen freuen. Der Einzelhandel präsentiert die neuesten Frühlingstrends und lädt gemeinsam mit den Mitgliedern der Werbegemeinschaft zu vielen besonderen Aktionen ein. Ein verkaufsoffener Sonntag rundet das Wochenende ab: Am 22. März öffnen die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr und laden zu einem entspannten Einkaufsbummel durch die Innenstadt ein. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm sorgt für Frühlingsstimmung in der ganzen Innenstadt. Live-Musik mit bekannten Guggenmusik-Gruppen, fröhliche Walkacts im frühlingshaften Gewand
Neu: Tarifbotschafter Handel – der WhatsApp-Kanal für den Einzelhandel
Aktuelle Tarifinformationen direkt aufs Smartphone. Der Handelsverband Südwest startet einen neuen Informationskanal für Arbeitgeber im Handel. Immer informiert – auch in heißen Tarifphasen Tarifverhandlungen bewegen sich schnell. Forderungen werden gestellt, Verhandlungsrunden angesetzt, Positionen bezogen. Für Arbeitgeber im Einzelhandel ist es entscheidend, in jeder Phase auf dem aktuellen Stand zu sein – um Mitarbeiter richtig zu informieren, betriebliche Planungen anzupassen und die eigene Position zu kennen. Genau dafür hat der Handelsverband Südwest den WhatsApp-Kanal „Tarifbotschafter Handel“ ins Leben gerufen. Was ist der Kanal „Tarifbotschafter Handel“? Der Kanal ist ein kostenloser Informationsdienst des Handelsverbands Südwest, der Arbeitgebern im Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und
Gesucht: Rechtsanwaltsfachangestellte/r (m/w/d) beim Handelsverband Südwest
Wir als Handelsverband Südwest sind die politische Stimme des Einzelhandels in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Wir vertreten die Interessen des Handels gegenüber Politik und Medien und betreuen unsere Mitglieder in allen Fragen rund um ihr Unternehmen. Wir sehen uns als ersten Ansprechpartner für sämtliche Fragen der Mitgliedsunternehmen. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir eine/n Rechtsanwaltsfachangestellte/n (m/w/d), in Teil- oder Vollzeit, zur Verstärkung unseres Teams. Wir suchen Sie! Sie sind motiviert, kommunikativ, teamfähig und haben Lust auf neue Herausforderungen – auch in der digitalen Welt? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Wir bieten einen Arbeitsplatz mit Perspektive, betriebliche Zusatzleistungen und sind

