Einzelhandel macht Innenstädte sicher – aber Leerstände gefährden den Fortschritt
Eine neue HDE-Studie zeigt: 78 Prozent der Menschen fühlen sich in deutschen Innenstädten sicher. Der Einzelhandel ist dabei der wichtigste Stabilitätsfaktor. Doch ein Fünftel der Bevölkerung fühlt sich unsicher, und Leerstände verstärken das Problem massiv.
Was die Studie sagt
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist eindeutig: 78 Prozent der Befragten fühlen sich in deutschen Innenstädten sicher. Besonders auffällig: Einzelhandelsgeschäfte sind die sichersten Orte überhaupt, 90 Prozent der Befragten empfinden das so. Gastronomie folgt mit 89 Prozent, Einkaufszentren mit 84 Prozent.
Die Studie wurde im Januar 2026 von essentiq durchgeführt. Befragt wurden 2.038 Menschen zwischen 16 und 93 Jahren.
Wo es hakt
Die guten Werte täuschen nicht darüber hinweg, dass echte Probleme existieren. Ein Fünftel der Befragten fühlt sich in der Innenstadt insgesamt unsicher. Öffentliche Räume wie Parks, Grünflächen und Parkhäuser schneiden dabei besonders schlecht ab.
Der größte Unsicherheitsfaktor sind Leerstände:
- 73 Prozent sagen, Leerstände senken ihr Sicherheitsgefühl.
- 68 Prozent beschreiben diesen Einfluss als stark bis sehr stark negativ.
- 27 Prozent geben an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl in den letzten zwölf Monaten verschlechtert hat.
Auch ein heruntergekommenes Stadtbild und Vandalismus wirken negativ. Diese Faktoren lassen sich nicht ignorieren.
Was HDE-Präsident von Preen fordert
Alexander von Preen, Präsident des HDE, macht keinen Hehl daraus, was er von der Politik erwartet.
Leerstände schneller füllen oder erst gar nicht entstehen lassen. Kommunen sollen leerstehende Flächen im Rahmen von Zwischenvermietungen als Innovationsmotoren nutzen.
Eine Gründungsoffensive für den Einzelhandel mit konkreten Maßnahmen:
- Mietzuschüsse und Förderungen bei der Gründung
- Unterstützung bei Geschäftseinrichtung, Kassensystemen und digitalem Warenwirtschaftssystem
- Förderung von Marketingmaßnahmen
- Laufende Schulungen in Betriebsführung und Marketing
Bessere Rahmenbedingungen auf allen Ebenen: Bundesregierung und EU sollen die Energiekosten senken. Die Stromsteuer soll endlich für alle reduziert werden.
Fazit
Der Einzelhandel leistet mehr als Umsatz. Er schafft Sicherheit, Frequenz und Aufenthaltsqualität. Die Politik muss diese Funktion stärker anerkennen und konkrete Rahmenbedingungen schaffen. Leerstände abbauen, Gründungen fördern, Energiekosten senken: Das sind keine abstrakten Forderungen, sondern direkte Hebel für lebendige Stadtzentren.
Mehr Daten und Hintergründe zur Studie findest du hier.
(Text: Handelsverband Deutschland – HDE/hv/ks; Bild: Handelsverband Deutschland – HDE)
Die letzten Artikel
Saisonaler Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 19.000 Arbeitslose – 4.400 gemeldete offene Arbeitsstellen im April in der Westpfalz
Kaiserslautern/Pirmasens. Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens (Stadt Kaiserslautern, Stadt Pirmasens, Stadt Zweibrücken, Landkreis Donnersbergkreis, Landkreis Kaiserslautern, Landkreis Kusel, Landkreis Südwestpfalz) im April 2025 gesunken. 18.979 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 258 Personen weniger (-1 Prozent) als im März, aber 1.287 Personen beziehungsweise 7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,3 Prozent. „Nachdem in den Monaten vor und nach dem Jahreswechsel die Zahl der Arbeitslosen angestiegen war, ist sie nun im dritten Monat in Folge rückläufig. Die Arbeitslosigkeit
Rückläufige Ausbildungszahlen bei Floristinnen und Floristen: Landesverband Südwest des Fachverbandes Deutscher Floristen besorgt
Fachverband Deutscher Floristen Südwest. Aktuelle Zahlen zur Ausbildungssituation im Floristenhandwerk zeigen, dass die Zahl neuer Ausbildungsverträge bundesweit sinkt. Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist dieser Trend spürbar. Der Fachverband Deutscher Floristen Südwest (Rheinland-Pfalz/Saarland) sieht darin Anlass zur Sorge, denn Floristinnen und Floristen erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Rolle. Warum Floristinnen und Floristen unverzichtbar sind Floristinnen und Floristen leisten weit mehr als das Binden von Sträußen. Ihr Beruf vereint Kreativität, handwerkliches Geschick und ein feines Gespür für Formen, Farben und Emotionen. Sie schaffen blühende Werke für Hochzeiten, Trauerfeiern, Jubiläen und viele weitere Anlässe – und begleiten Menschen somit in wichtigen Lebensmomenten.
Auftaktworkshop Fußverkehrs-Check Rheinland-Pfalz – Alzey nimmt Fußverkehr unter die Lupe
Alzey. Die Stadt Alzey möchte die Bedingungen für den Fußverkehr verbessern: Am Mittwoch, 7. Mai, startet der Fußverkehrs-Check in Alzey mit einem Auftaktworkshop im Kulturraum in der Spießgasse 58. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen von 18.30 bis circa 20.30 Uhr, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Politik und Verbänden die Belange der zu Fuß Gehenden zu diskutieren: Was funktioniert bereits gut? Welche Probleme gibt es? Wo kann man gut und sicher zu Fuß gehen? Wo fehlt Platz? Wo könnte vielleicht ein Zebrastreifen beim Queren einer Straße helfen? Ziel des Fußverkehrs-Checks ist es, dass unterschiedliche Akteurinnen und Akteure die Belange

