Neuer Tarifvertrag gibt saarländischen Händlern Planungssicherheit
Der Handelsverband Südwest und die Gewerkschaft ver.di haben sich am 7. Oktober 2026 auf einen Tarifabschluss für den saarländischen Einzelhandel geeinigt. Damit hat nach Rheinland-Pfalz nun auch das zweite Tarifgebiet des Verbandes ein verbindliches Ergebnis.
Die Einigung kam in der zweiten Verhandlungsrunde zustande. Dahinter liegt eine Tarifrunde, die sich bundesweit über Monate gezogen hat und im Sommer zeitweise ganz zum Stillstand gekommen war. Umso wichtiger ist es für die Betriebe im Saarland, dass die offenen Fragen jetzt geklärt sind.
„Wir wollten ein Ergebnis, das bei den Beschäftigten spürbar ankommt und das die Betriebe im Saarland trotzdem stemmen können. Beides unter einen Hut zu bringen, war in dieser Runde alles andere als einfach. Mit dem jetzigen Abschluss können unsere Mitglieder aber leben und vor allem verlässlich planen“,
sagt Fabian Schulz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwest, Bereich Saarland.
Saarland folgt dem Modell aus Hessen und Baden-Württemberg
Bei der Höhe der Steigerungen orientiert sich das Saarland an dem Muster, das sich in dieser Tarifrunde bundesweit durchgesetzt hat: insgesamt 5,0 Prozent in zwei Stufen bei 25 Monaten Laufzeit. Bei den Stichtagen gibt es allerdings Unterschiede. Während Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Erhöhungen zum 1. August 2026 und zum 1. Mai 2027 vereinbart haben, greifen sie im Saarland wie in Hessen und Baden-Württemberg jeweils einen Monat früher. Für Unternehmen mit Filialen in beiden Bundesländern lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die jeweiligen Termine.
Auch bei den Ausbildungsvergütungen weicht das Saarland ab. Sie liegen etwas über den rheinland-pfälzischen Werten, außerdem sieht der Tarifvertrag hier ein viertes Ausbildungsjahr vor.
Was der Abschluss konkret bringt
- Laufzeit: 25 Monate
- Entgelterhöhung: 3,0 Prozent zum 1. Juli 2026, weitere 2,0 Prozent zum 1. April 2027
- Tariflicher Mindestlohn: 14,20 Euro (ab Juli 2026), 14,60 Euro (ab Januar 2027), 14,90 Euro (ab April 2027)
- Ausbildungsvergütung 1. Ausbildungsjahr: 1.160 Euro (ab August 2026), 1.180 Euro (ab August 2027)
- Ausbildungsvergütung 2. Ausbildungsjahr: 1.290 Euro (ab August 2026), 1.320 Euro (ab August 2027)
- Ausbildungsvergütung 3. Ausbildungsjahr: 1.400 Euro (ab August 2026), 1.420 Euro (ab August 2027)
- Ausbildungsvergütung 4. Ausbildungsjahr: 1.490 Euro (ab August 2026), 1.520 Euro (ab August 2027)
Ruhe an der Tariffront
Für die Händler im Saarland zählt jetzt vor allem, dass die Personalkosten für die kommenden zwei Jahre feststehen. Gerade in einer Phase, in der viele Kunden ihr Geld zusammenhalten und Energie, Mieten und Abgaben die Kalkulation belasten, ist das ein echter Gewinn. Weitere Verhandlungsrunden, Warnstreiks und Unsicherheit bei der Personalplanung sind damit vom Tisch.
„Unsere Mitglieder haben in den vergangenen Monaten viel Geduld bewiesen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken“,
so Schulz.
Bis zur nächsten Tarifrunde können sich die saarländischen Händler damit wieder voll auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren, und mit dem Weihnachtsgeschäft steht das wichtigste Quartal des Jahres unmittelbar bevor.
(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks/fs; Bild: Canva-AI)
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