Arbeitgeber unterbreiten erhöhtes Angebot mit tariflichem Basisentgelt als Neuheit
In der zweiten Runde der laufenden Tarifverhandlungen haben die Arbeitgeber den Gewerkschaften ein erhöhtes Angebot unterbreitet. Sie wollen dadurch ein deutliches Signal zur Abschlussbereitschaft setzen.
In der zweiten Verhandlungsrunde am 30.5.2023, im rheinland-pfälzischen Einzelhandel, hatten die Arbeitgebervertreter ihr Angebot nochmals erhöht, und boten bei einer 24-monatigen Laufzeit ein Gehaltsplus von insgesamt 7,5 Prozent in drei Stufen, eine garantierte Vergütungsuntergrenze von mindestens 13,- Euro pro Stunde und eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von 1.000 Euro in zwei Stufen an.
Dr. Nelly Gerig, die Vorsitzende der Tarifkommission der Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, erläuterte ausführlich das Angebot, und zeigte dabei insbesondere auf, dass die im Angebot enthaltene tarifliche Untergrenze von 13,- Euro pro Stunde für die Arbeitgeberseite ein großer Schritt sei.
Ver.di blieb jedoch bei der bisherigen Forderung von einer pauschalen Anhebung der tariflichen Entgelte um 2,50 Euro pro Arbeitsstunde. Dies solle laut ver.di, den Mitarbeitern einen Anteil am Kuchen sichern.
Dr. Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz, machte klar, dass dieser Kuchen aber erstmal vorhanden sein müsse. Denn in Rheinland-Pfalz sind im ersten Quartal 2023, im Vergleich zum Vorjahr, die Umsätze der Händler real um 5,8 Prozent gesunken. Zudem sei auch der Handel von Preissteigerungen betroffen.
„ver.di hat unser verbessertes Angebot als unzureichend abgelehnt. Es gab leider keine Bereitschaft von Gewerkschaftsseite sich überhaupt über einzelne Komponenten zu unterhalten. Die Arbeitnehmervertreter sind scheinbar nicht willens, oder in der Lage, in tatsächliche Verhandlungen einzutreten. Tarifverhandlungen erfordern einen gemeinsamen Austausch zwischen den Tarifpartnern, der nur über echte Gespräche erreicht werden kann. Mit der aktuellen Haltung der Gewerkschaft scheint dies jedoch nicht möglich zu sein. Darüber sind wir sehr enttäuscht. Letztlich verhindert ver.di, durch das Blockieren von konstruktiven Verhandlungen, die Auszahlung einer bereits von Arbeitgeberseite im Angebot enthaltenen Inflationsausgleichsprämie an die Mitarbeiter“, so Scherer. Nur zu sagen, dass das Angebot nicht ausreiche, ohne jedoch auf einzelne Punkte einzugehen, bei denen auch von Gewerkschaftsseite eine Bewegung möglich wäre, reiche eben nicht aus, um zu einer Lösung zu gelangen, so Scherer abschließend.
Als nächster Verhandlungstermin ist der 22.06.2023 angedacht.
Quelle:
Handelsverband Rheinland-Pfalz
Ludwigsstraße 7
55116 Mainz
30.05.2023
Die letzten Artikel
Starter Stipendium Saar geht in die nächste Runde und bietet bis zu 36.000 Euro für junge Startups
Ab Montag, 19. Oktober 2026, ist das Bewerbungsfenster für das Starter Stipendium Saar wieder offen. Junge Unternehmen aus dem Saarland können sich bis zum 16. November 2026 um eine Förderung von bis zu 3.000 Euro im Monat bewerben, zwölf Monate lang. Wer gerade gegründet hat, kennt das Problem. Die Idee steht, die Gewerbeanmeldung ist erledigt, aber bis das Geschäft trägt, vergehen oft Monate. Genau in diese Phase zielt das Programm des saarländischen Wirtschaftsministeriums. Es soll Gründern den Rücken freihalten, damit sie ihre Geschäftsidee weiterentwickeln und am Markt Fuß fassen können, statt sich nebenher mit Aushilfsjobs über Wasser zu halten. So viel
Handelsverband Südwest sieht für Galeria in Saarbrücken trotz Insolvenz gute Chancen
Saarbrücken. Zum vierten Mal in sechs Jahren hat die Warenhauskette Galeria Insolvenz beantragt. Fabian Schulz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwest im Saarland, hat im Interview mit SR 3 erklärt, warum er für die Filiale in der Saarbrücker Innenstadt trotzdem zuversichtlich ist. Den Antrag hat Galeria am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Betroffen sind alle 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten, darunter fünf Filialen in Rheinland-Pfalz und das Haus in Saarbrücken mit rund 140 Mitarbeitern. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Dezember gesichert. Ob danach Filialen schließen, ist offen. An Saarbrücken liegt es nicht
Neuer Tarifvertrag gibt saarländischen Händlern Planungssicherheit
Der Handelsverband Südwest und die Gewerkschaft ver.di haben sich am 7. Oktober 2026 auf einen Tarifabschluss für den saarländischen Einzelhandel geeinigt. Damit hat nach Rheinland-Pfalz nun auch das zweite Tarifgebiet des Verbandes ein verbindliches Ergebnis. Die Einigung kam in der zweiten Verhandlungsrunde zustande. Dahinter liegt eine Tarifrunde, die sich bundesweit über Monate gezogen hat und im Sommer zeitweise ganz zum Stillstand gekommen war. Umso wichtiger ist es für die Betriebe im Saarland, dass die offenen Fragen jetzt geklärt sind. „Wir wollten ein Ergebnis, das bei den Beschäftigten spürbar ankommt und das die Betriebe im Saarland trotzdem stemmen können. Beides unter einen

