Gemeinsam stärker: Aktionen mit Nachbarhändlern organisieren
Wer allein für Laufkundschaft sorgt, hat es oft schwerer als eine ganze Straße oder ein Quartier, das an einem Strang zieht. Gemeinsame Aktionen mit benachbarten Geschäften kosten wenig, bringen aber oft mehr Sichtbarkeit als Einzelmaßnahmen.
Warum sich Zusammenarbeit lohnt
Kunden, die wegen eines Geschäfts in die Straße kommen, entdecken oft nebenbei weitere Läden, wenn diese sichtbar aufeinander verweisen. Eine gemeinsame Aktion bündelt zudem den Werbeaufwand: Statt dass jeder Betrieb allein Flyer druckt oder Social-Media-Posts erstellt, teilen sich mehrere Geschäfte die Arbeit und die Reichweite. Auch der Handelsverband Deutschland betont, dass lokale Rabattaktionen und gemeinsame Veranstaltungen von Händlern dazu beitragen können, dass Innenstädte wieder stärker als Treffpunkt wahrgenommen werden.
Ideen für gemeinsame Aktionen
- Ein gemeinsamer Aktionstag, etwa mit verlängerten Öffnungszeiten oder kleinen Rabatten in mehreren Geschäften gleichzeitig
- Ein gemeinsamer Einkaufsgutschein, der bei mehreren teilnehmenden Läden eingelöst werden kann. In Aalen etwa gibt es mit dem „City-Star“ einen Gutschein im Scheckkartenformat, der in über 50 Betrieben der Innenstadt einlösbar ist
- Gebündelte Werbung: In Bocholt haben sich Händler für einen gemeinsamen Werbespot zusammengeschlossen, in Lauterbach für eine gemeinsame Anzeige, die alle teilnehmenden Geschäfte auf einen Blick zeigt
- Gemeinsame Deko oder ein Motto für das Schaufenster in der ganzen Straße
- Gegenseitige Empfehlung: Aushänge oder Flyer der Nachbarläden an der eigenen Kasse
- Digitale Vernetzung über Plattformen wie nebenan.de, die mit der Initiative „Kauf nebenan“ gezielt lokale Händler unterstützt
Wie der Einstieg gelingt
Am einfachsten beginnt man mit den direkten Nachbarn, mit denen ohnehin schon ein loser Austausch besteht. Ein kurzes Gespräch reicht oft aus, um eine erste kleine Aktion zu vereinbaren, etwa für einen einzelnen Wochenendtag. Klappt das gut, lässt sich daraus eine regelmäßige Zusammenarbeit entwickeln, ohne dass gleich ein aufwendiges Konzept nötig ist.
Praxistipps für die Umsetzung
💡 Mit den direkten Nachbarn starten, nicht gleich die ganze Straße organisieren wollen
💡 Klein anfangen, etwa mit einem einzelnen Aktionstag
💡 Aufgaben und Werbeaufwand von Anfang an fair aufteilen
💡 Bei Erfolg feste Termine vereinbaren, etwa einmal im Quartal
Wer den ersten Schritt auf die Nachbarn zugeht, gewinnt oft mehr als nur eine gemeinsame Aktion – er legt den Grundstein für eine Innenstadt, die als Ganzes überzeugt statt als Summe einzelner Geschäfte.
(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks; Bild: AdobeStock_361340544)
Die letzten Artikel
PPWR-Erleichterungen kommen nur im Schneckentempo voran
Brüssel. Seit dem 12. August gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in allen Mitgliedstaaten. Verbindlich ist bisher nur eine einzige Erleichterung. Die für den Handel wichtigste hängt noch zwischen Parlament und Rat fest. Die PPWR (EU 2025/40) gilt seit gut zwei Monaten in ihrer ursprünglichen Fassung. Ende August hatten wir an dieser Stelle über die Konsultation zu den nationalen Herstellerregistern berichtet. Seitdem hat sich einiges getan, auch wenn das meiste noch nicht beschlossen ist. Bereits in Kraft: Ausnahme für Palettenfolien und Umreifungsbänder Seit dem 26. Mai 2026 sind Palettenumhüllungen und Umreifungsbänder von der Pflicht zu 100 Prozent Mehrweg ausgenommen. Grundlage ist der Delegierte
Starter Stipendium Saar geht in die nächste Runde und bietet bis zu 36.000 Euro für junge Startups
Ab Montag, 19. Oktober 2026, ist das Bewerbungsfenster für das Starter Stipendium Saar wieder offen. Junge Unternehmen aus dem Saarland können sich bis zum 16. November 2026 um eine Förderung von bis zu 3.000 Euro im Monat bewerben, zwölf Monate lang. Wer gerade gegründet hat, kennt das Problem. Die Idee steht, die Gewerbeanmeldung ist erledigt, aber bis das Geschäft trägt, vergehen oft Monate. Genau in diese Phase zielt das Programm des saarländischen Wirtschaftsministeriums. Es soll Gründern den Rücken freihalten, damit sie ihre Geschäftsidee weiterentwickeln und am Markt Fuß fassen können, statt sich nebenher mit Aushilfsjobs über Wasser zu halten. So viel
Handelsverband Südwest sieht für Galeria in Saarbrücken trotz Insolvenz gute Chancen
Saarbrücken. Zum vierten Mal in sechs Jahren hat die Warenhauskette Galeria Insolvenz beantragt. Fabian Schulz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwest im Saarland, hat im Interview mit SR 3 erklärt, warum er für die Filiale in der Saarbrücker Innenstadt trotzdem zuversichtlich ist. Den Antrag hat Galeria am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Betroffen sind alle 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten, darunter fünf Filialen in Rheinland-Pfalz und das Haus in Saarbrücken mit rund 140 Mitarbeitern. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Dezember gesichert. Ob danach Filialen schließen, ist offen. An Saarbrücken liegt es nicht

