Handelsverband Südwest sieht für Galeria in Saarbrücken trotz Insolvenz gute Chancen

Handelsverband Südwest sieht für Galeria in Saarbrücken trotz Insolvenz gute Chancen

Veröffentlicht am: 14. Oktober 2026Kategorien: Saarland, Top News

Saarbrücken. Zum vierten Mal in sechs Jahren hat die Warenhauskette Galeria Insolvenz beantragt. Fabian Schulz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwest im Saarland, hat im Interview mit SR 3 erklärt, warum er für die Filiale in der Saarbrücker Innenstadt trotzdem zuversichtlich ist.

Den Antrag hat Galeria am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Betroffen sind alle 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten, darunter fünf Filialen in Rheinland-Pfalz und das Haus in Saarbrücken mit rund 140 Mitarbeitern. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Dezember gesichert. Ob danach Filialen schließen, ist offen.

An Saarbrücken liegt es nicht

Im Gespräch mit SR-3-Moderator Michael Friemel macht Fabian Schulz deutlich, dass die Schwierigkeiten des Konzerns nicht in Saarbrücken entstanden sind. „Die Filiale Saarbrücken hat gut performt“, lautet seine Einschätzung. Das Haus habe sich selbst in schwierigen Phasen behauptet, etwa als eine Autobahnbaustelle die Anreise in die Innenstadt spürbar erschwerte. Außerdem sei in den vergangenen Jahren in den Standort investiert worden. Für die Bahnhofstraße und die umliegenden Geschäfte ist das Warenhaus ein wichtiger Frequenzbringer.

Ganz spurlos geht die Insolvenz an den Kunden allerdings nicht vorbei. Wie der SR am 13. Oktober berichtete, steht in Saarbrücken derzeit ein Teil des Sortiments nicht zum Verkauf.

Gute Voraussetzungen auch für den Ernstfall

Und wenn das Haus doch schließen müsste? Dann stellt sich die Frage, was aus dem Gebäude wird. Andernorts ist das oft schwierig, denn viele frühere Kaufhäuser in Deutschland haben einen erheblichen Sanierungsstau und lassen sich nur mit kleinteiligen Konzepten neu beleben. In Saarbrücken sieht der Handelsverband eine günstigere Ausgangslage. Zentral gelegen und mit Parkhaus bringt das Gebäude aus Sicht von Schulz ideale Voraussetzungen mit, zumindest in den unteren Etagen wäre deshalb auch künftig Handel denkbar.

Das komplette Interview mit Fabian Schulz gibt es in der SR-Mediathek zum Nachhören.

Für die Saarbrücker Innenstadt kommt die Hängepartie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn in wenigen Wochen beginnt mit dem Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit des Jahres. An den vier Adventssamstagen fahren Bus und Bahn im Saarland zudem kostenlos, was zusätzliche Besucher in die Stadt bringen dürfte.

(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks; Bild: © chungking – stock.adobe.com)

Die letzten Artikel

Rewe testet kassenlose Märkte und Drive-in-Abholung. Was bedeutet das für den Einzelhandel?

27. Mai 2026|HVMITTE, HVSUEW, Mittelrhein, Pfalz, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News, Trier|

Der Lebensmittelriese Rewe erprobt gerade zwei neue Einkaufskonzepte, die den Supermarktbesuch grundlegend verändern könnten. Für den mittelständischen Einzelhandel lohnt ein genauer Blick auf beide Modelle. Pick & Go: Einkaufen ohne klassische Kasse In Hannover hat Rewe bereits den siebten Testmarkt mit seiner Pick&Go-Technologie eröffnet. Auf rund 650 Quadratmetern können Kunden wie gewohnt einkaufen, ohne die Produkte an der Kasse einzeln zu scannen. Hinter dem System steckt der Technologiepartner Trigo Vision, der mithilfe von Computer-Vision eine digitale 3D-Karte des Marktes erstellt und damit Warenbewegungen präzise erkennt. Am Bezahlterminal erscheint der Einkauf automatisch auf dem Display. Der Kunde prüft die Liste, bezahlt per

HDE-Konsumbarometer Mai 2026: Verbraucherstimmung setzt Talfahrt fort

7. Mai 2026|HVSUEW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News|

Die Verbraucherstimmung in Deutschland befindet sich weiter im Abwärtstrend und sinkt auf den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Für den Mai ist damit der stärkste Rückgang seit Januar 2024 und der tiefste Stand seit Februar 2023 zu verzeichnen. Pessimismus auf breiter Front Vor allem zwei Faktoren trüben die Stimmung deutlich ein: steigende Preise und wachsende Sorgen um eine schwache Konjunktur. Die Verbraucher blicken so pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung wie seit Januar 2023 nicht mehr. Die Hoffnungen vom Beginn des Jahres auf eine konjunkturelle Erholung wurden durch den

Saarland verlängert Rückmeldefrist für Corona-Soforthilfen – Moratorium schützt Unternehmen

30. April 2026|Saarland, Top News|

Die saarländische Landesregierung hat angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges die Rückmeldefrist für die Selbstauskunft zu den Corona-Soforthilfen des Bundes bis Ende 2026 verlängert. Gleichzeitig hat das Land ein Moratorium für Rückforderungen verfügt, eine Entscheidung, die insbesondere kleinen Einzelhandelsbetrieben, inhabergeführten Geschäften und Soloselbstständigen zugutekommen dürfte, die auch heute noch mit den wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pandemie und der aktuellen Konjunkturlage zu kämpfen haben. Hintergrund In der Corona-Krise konnten Unternehmen Soforthilfen beim Bund beantragen, auf Basis einer einfachen Selbstauskunft. Im Nachgang sind die Empfänger verpflichtet, den tatsächlich entstandenen Liquiditätsengpass zu dokumentieren. Wer weniger Schaden hatte als angegeben, muss einen Teil der

Nach oben